Das Non-Plus-Ultra der Aufnahmetechnik

Kondensatormikrofone gelten zurecht als das Nonplus-Ultra der Aufnahmetechnik. Bauartbedingt sind sie in der Lage, ein hochdifferenziertes Klangbild aufzuzeichnen, dem keine noch so feine Nuance entgeht. Aus diesem Grund werden Kondensatormikrofone hauptsächlich im Studiobetrieb eingesetzt.

Denn ihr größter Vorteil wäre im Live-Betrieb auf der Bühne zugleich ihr größter Nachteil. Daher werden bei Live-Auftritten zumeist die andere große Gruppe der Dynamischen Mikrofone eingesetzt, die aber auch zur Aufnahme von Schlagzeugsets verwendet wird. Um es klar zu formulieren: Kondensatormikrofone sind für den Live-Einsatz ungeeignet. Wer sich ein Mikrofon zulegen möchte, sollte sich also über den künftigen Verwendungszweck im klaren sein.

Aufgebaut sind Kondensatormikrofone ähnlich dem elektrischen Bauteil Kondensator. Von ihm beziehen sie ihren Namen, da sie nach dessen physikalischem Prinzip funktionieren. Eine nur wenige tausendstel Millimeter dicke, leitfähige Membran ist unmittelbar vor einer Metallplatte angebracht. Der eintreffende Schall verändert nun diesen Abstand indem er die Membran zum Schwingen bringt. Die abgenommene Spannungsschwankung kann als elektrisches Signal registriert werden. Echte Kondensatormikrofone müssen daher in der Regel mit Spannung versorgt werden. Dies erfolgt über die so genannte Phantomspeisung.

Digitalrecording wird immer konsumentenfreundlicher, die Firmen reagieren schnell auf die Wünsche der Kunden. In Musikhandlungen sind unter den Kondensatormikrofonen inzwischen kostengünstige Einsteiger-Modelle zu finden, die sämtliche Features teurer Studiomikros aufweisen – und das zu erschwinglichen Preisen. Schon günstige Modelle können über einen praktischen USB-Anschluss verfügen. Dank der Tatsache, dass sich die Studiotechnik laufend weiter entwickelt, werden diese Einsteiger-Modelle bereits um 50 Euro angeboten. Spitzenmodelle dagegen kosten mehrere hundert bis weit über tausend Euro. Es versteht sich von selbst, dass bei diesen Preisspannen deutliche qualitative Unterschiede zu finden sind. Eine eingehende Beratung in einem Fachgeschäft ist beim Einstieg sicher unverzichtbar.

Durch ihre hohe Sensibilität sind entsprechende Vorkehrungen beim Einsatz von Kondensatormikrofonen auch im Bereich Homerecording unvermeidbar. Gerade weil Mikrofone dieses Bauarttyps so detailliert aufzeichnen, können auch jede Menge unerwünschter Laute und Geräusche mit in die Aufzeichnung gelangen. Eine Abhilfe schafft hier ein so genannter Popschutz, ein mit feinem, durchlässigen Stoff bespannter Rahmen der vor dem Mikro angebracht wird. Er verhindert nicht nur die Aufzeichnung unerwünschter Laute, sondern schützt das Mikro auch vor physikalischen Einflüssen wie Kondensat von der Atmung oder Speichel beim Gesang.

Kondensatormikrofone sind zudem sehr erschütterungsempfindlich. Aus diesem Grund wird im Studio meist eine so genannte Spinne benutzt, d.h. Das Mikrofon wird nicht starr auf einem Ständer montiert, sondern auf einer elastischen Halterung, einem Rahmen. Werden diese einfachen Grundregeln beim Einsatz von Kondensatormikrofonen beachtet, so lassen sich auch mit günstigen Modellen sehr zufriedenstellende Aufnahmen erzielen.